Sind Bayern grantig? Was wir von Meister Eder lernen können

erklärung warum bayern als grantig gelten

„Was?! Also grantig wirkst du auf mich jetzt nicht … Du bist echt aus Bayern?“

Die Augen werden groß.

„Klar, was sonst?“

Die Augen werden noch größer.

Jetzt mal ehrlich:

Kennst du jemanden, der oder die immer gut gelaunt ist?

Wirklich immer?

Also ich nicht.

Je älter ich werde, desto feiner bin ich mit der bayerischen Grantlerin in mir.

Und das bringt mich direkt zu einer Frage:

Warum gelten Bayern als grantig?

Das Bild des „grantigen Bayerns“ ist ein Stereotyp, ein Klischee.

Denke nur mal an die Fernsehserie Meister Eder und seinen Pumuckl.

Der kultige Charakter Meister Eder wird darin als leicht grantig, aber immer mit viel Herz dargestellt.

Er kommuniziert direkt und ohne Umschweife genau das, was er denkt.

Auch das empfinden manche als „grantig“, also als

  • leicht kauzig,
  • mürrisch oder
  • schlecht gelaunt

Zudem klingt der bairische Dialekt für Außenstehende manchmal hart oder rau.

Das verstärkt das Klischee des grantigen Bayerns noch.

Beispiel gefällig?

Ich sage nur „Zuagroaste“.

So sprichst du es aus:

Dialekt, Direktheit & Zugroaste

„Zuagroaste“ sind Menschen, die

  • nicht in Bayern geboren wurden,
  • sondern von woanders hergezogen sind.

„Zugezogen“ eben.

Klar, manche nutzen dieses typisch bayerische Wort als abfällige Bemerkung über jemanden.

Es kann aber auch ganz neutral oder mit einem freundlichen Augenzwinkern gemeint sein.

Der Ton macht also auch hier die Musik.

Und wenn wir gerade bei häufigen Klischees über Bayern sind:

Weitere Klischees über Bayern, die so nicht stimmen

Natürlich hören wir nicht nur Volksmusik.

Wir ziehen auch nicht immer und überall unsere Tracht an.

Wenn wir überhaupt eine im Kleiderschrank hängen haben.

Oder im Schuhschrank stehen.

Die gerne gelobte bayerische Gemütlichkeit gibt es auch nicht überall.

Und Bier ist in Bayern ein Genussmittel.

Kein Grundnahrungsmittel!

Auch, wenn sich dieser Bier-Mythos hartnäckig hält.

Der bayerische Grantler: Er ist mehr als nur ein Klischee

Natürlich sind wir Menschen aus Bayern manchmal mürrisch.

Aber hey, ganz ehrlich:

Wer ist das nicht hin und wieder?

Ein bayerischer Grantler ist nicht zwingend unfreundlich.

Das kann zwar sein, muss es aber nicht.

Vielleicht ist er oder sie auch einfach nur

  • ehrlich,
  • direkt oder
  • hat keine Lust, lange um den heißen Brei zu reden.

„Do woast wenigstens, woro dassd bisd.“ sagen wir hier auf Bayerisch dazu.

„Da weißt du wenigstens, woran du bist.“

Und so eine ehrliche Haut wie der Grantler hat dann oft einen ganz eigenen Charme.

Denn auch, wenn es den medial inszenierten Bayer in der Realität nicht gibt:

Sein Bild führt uns doch vor Augen, dass wir es nicht allen Menschen Recht machen können.

Und das auch gar nicht müssen.

Wir leben unser Leben, nicht das Leben von anderen Menschen.

Grantig sein als Ja zu sich selbst

Das ist für mich die wahre Bedeutung des bayerischen Grantlers:

Er oder sie ist einfach.

Egal, ob das Außenstehenden gefällt.

„Scheiß da nix, dann feid da nix.“

„Mach dir keinen Kopf darum, es ist alles halb so wild.“

Das bayerische Sprichwort trifft die Attitüde ganz gut auf den Punkt.

Meint der grantige Teil in mir.

Und wenn wir gerade dabei sind:

Kennst du einen echten Grantler?

Oder bist du selbst einer?

Schreib’s in die Kommentare!

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